Lockerbie und die bulgarischen Krankenschwestern
Die derzeit aktuelle Ideologie zur Rechtfertigung des aggressiven Angriffskriegs basiert auf einer dogmatischen Gegensätzlichkeit von Demokratie und Diktatoren. Die Kriegstreiberpartei im Westen hat das Zentrum von internationalem Recht und Ordnung von den Vereinten Nationen verschoben auf einen exklusiveren Klub von „Demokratien,“ welche allein die entsprechende „Legitimität“ besitzen. Im Zentrum dieses Klubs befinden sich die englisch sprechende Welt plus Israel, die Europäische Union und Japan. Es ist davon auszugehen, dass diese „Internationale Gemeinschaft“ von Demokratien als einzige das moralische Recht hat zu entscheiden, wann der Führer eines Landes außerhalb dieses reizenden Kreises als „Diktator“ denunziert und mit Hilfe einer Bombenkampagne der NATO gestürzt werden darf.
Diese Ideologie geht davon aus, dass Demokratien die Menschenrechte respektieren, während Diktatoren per definitionem Verbrecher sind, die systematisch gegen die Menschenrechte verstoßen und „Völkermord am eigenen Volk“ im Sinn haben könnten. Bestimmte Kleinigkeiten wie zum Beispiel die Tatsache, dass die Vereinigten Staaten von Amerika die größte Gefängnispopulation der Welt haben, sowohl in absoluten Zahlen wie in relativer Hinsicht, und Gefangene als billige Arbeitskräfte für die Rüstungsindustrie benützen, haben in dieser dualistischen Weltsicht nichts zu suchen.
Die Massenmedien halten diese Zwiespältigkeit aufrecht, indem sie einseitig über Länder berichten, die als „Diktaturen“ bezeichnet werden – unter denen sich auch solche befinden, deren Führer in der Tat gewählt sind, wie etwa Venezuela, Russland, Serbien unter Milosevic, Belarus, die aber versuchen, eine Politik zu betreiben, die dem Diktat der selbsternannten „Internationalen Gemeinschaft“ zuwiderläuft. Nicht alle diese Länder werden militärisch angegriffen, aber das Image, das da aufgebaut wird, macht es leicht, einen militärischen Angriff zu rechtfertigen, wenn die Zeit dazu gekommen ist.
Die selektive Berichterstattung reduziert das Land auf den „Diktator” und eine Minderheit von „Kämpfern für die Demokratie“. Der „Diktator“ wird hingestellt als Verbrecher ohne gute Seiten, auf denen möglicherweise die öffentliche Unterstützung in seinem eigenen Land beruhen könnte.
Der vollständige Artikel von Diana Johnstone bei antikrieg.com